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Was kostet ein ambulanter Pflegedienst in München?

Die Zahlen für 2026: Stundensätze, was die Pflegekasse zahlt, wann ein Eigenanteil entsteht – und eine Beispielrechnung, die zeigt, wie das im Alltag aussieht.

Das ist die Frage, die am Telefon fast immer als erste kommt – und meistens erst nach einem kurzen Zögern, weil viele Angehörige befürchten, sich Pflege gar nicht leisten zu können.

Die Antwort überrascht die meisten: Bei den üblichen Einsätzen zahlen unsere Kundinnen und Kunden häufig gar nichts aus eigener Tasche. Nicht weil Pflege billig wäre, sondern weil Pflege- und Krankenkasse den Großteil übernehmen. Interessant wird es erst, wenn der Bedarf über das Budget hinausgeht. Genau darum geht es hier.

Drei Töpfe – und nur einer davon ist Ihr eigener

Wer die Kosten verstehen will, muss zuerst wissen, wer eigentlich wofür zahlt. Das wird oft durcheinandergeworfen.

Pflegekasse

Grundpflege & Betreuung

Waschen, Anziehen, Hilfe beim Essen, Betreuung, Hauswirtschaft. Monatliches Budget je nach Pflegegrad. Setzt einen Pflegegrad voraus.

Krankenkasse

Behandlungspflege

Verbandwechsel, Injektionen, Medikamentengabe, Kompressionsstrümpfe. Läuft über ärztliche Verordnung. Kein Pflegegrad nötig.

Eigenanteil

Was darüber hinausgeht

Nur der Teil, der über dem Kassenbudget liegt – plus die gesetzliche Zuzahlung bei der Behandlungspflege.

Der häufigste Denkfehler: Viele glauben, für einen Verbandwechsel oder das Anziehen von Kompressionsstrümpfen bräuchten sie einen Pflegegrad. Das stimmt nicht. Das ist Behandlungspflege, die läuft über die Krankenkasse und über ein Rezept vom Arzt.

Was die Pflegekasse monatlich zahlt

Für den ambulanten Pflegedienst gibt es die sogenannte Pflegesachleistung. Das ist ein monatliches Budget, das der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abrechnet – Sie bekommen das Geld nicht ausgezahlt, Sie sehen es in der Regel gar nicht.

Pflegegrad Pflegesachleistung
je Monat
Pflegegeld
(statt Dienst)
Entlastungsbetrag
zusätzlich
Pflegegrad 1––131 €
Pflegegrad 2796 €347 €131 €
Pflegegrad 31.497 €599 €131 €
Pflegegrad 41.859 €800 €131 €
Pflegegrad 52.299 €990 €131 €

Stand 2026. Diese Beträge sind zum Jahreswechsel nicht erhöht worden – die nächste turnusmäßige Anpassung ist erst zum 1. Januar 2028 vorgesehen.

Pflegegeld und Pflegedienst gleichzeitig? Ja, geht.

Das nennt sich Kombinationsleistung. Wenn Sie nur einen Teil des Sachleistungsbudgets für den Pflegedienst verbrauchen, bekommen Sie den Rest anteilig als Pflegegeld ausgezahlt.

Beispiel: Sie nutzen 40 Prozent des Budgets für den Dienst, dann bleiben Ihnen 60 Prozent des Pflegegeldes. Bei Pflegegrad 3 wären das 0,6 × 599 € = rund 359 € im Monat, die weiterhin auf Ihr Konto gehen.

Was Behandlungspflege kostet

Behandlungspflege zahlt die Krankenkasse, nicht die Pflegekasse. Ein eigenes Budget gibt es dafür nicht – maßgeblich ist, was der Arzt verordnet und die Kasse genehmigt.

Es fällt allerdings eine gesetzliche Zuzahlung an, wie beim Medikament aus der Apotheke: 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung (§ 61 SGB V). Alles Weitere rechnen wir direkt mit Ihrer Krankenkasse ab.

Wer eine Zuzahlungsbefreiung hat, zahlt von Anfang an nichts. Unter 18-Jährige sind ohnehin befreit.

Kein Pflegegrad, aber Hilfe nötig?

Dann greift unter Umständen die Unterstützungspflege nach § 37 Abs. 1a SGB V. Sie deckt vorübergehend auch Körperpflege und Hauswirtschaft ab – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Operation – und zwar ohne Pflegegrad, über die Krankenkasse.

Und die Preise selbst?

Ambulante Pflege wird in Bayern überwiegend über Leistungskomplexe abgerechnet: nicht nach Zeit, sondern nach Leistung. „Kleine Morgentoilette" ist ein Komplex, „große Morgentoilette" ein anderer, „Medikamentengabe" wieder ein eigener. Die Preise dafür sind zwischen den Pflegekassen und den Verbänden ausgehandelt und für alle zugelassenen Dienste in Bayern weitgehend gleich – sie sind kein Wettbewerbsfeld.

Rechnet man das auf Stunden um, liegen die Sätze bundesweit ungefähr in diesem Rahmen:

LeistungRichtwert je Stunde
Grundpflege (Waschen, Anziehen, Lagern)45–65 €
Behandlungspflege (Verband, Injektion, Medikamente)40–55 €
Hauswirtschaftliche Versorgung25–40 €
Wegepauschale je Einsatz5–8 €
Investitionskosten (Aufschlag)5–15 %

In München liegen die Sätze eher am oberen Ende – das hat wenig mit dem einzelnen Anbieter zu tun und viel mit den Löhnen. Seit September 2022 dürfen nur noch Pflegedienste zugelassen werden, die ihre Beschäftigten nach Tarif oder mindestens auf Tarifniveau bezahlen. Das ist gut für die Pflegekräfte und schlägt sich in den vereinbarten Vergütungen nieder.

Wichtig: Diese Stundenwerte sind Orientierung, keine Rechnung. Was Sie tatsächlich zahlen, hängt davon ab, welche Leistungskomplexe wie oft anfallen. Deshalb bekommen Sie von uns vorab einen Kostenvoranschlag, in dem steht, was Ihr Budget deckt und was übrig bleibt.

Eine Beispielrechnung

Frau K., 82, Pflegegrad 3, wohnt in Sendling

Sie braucht morgens Hilfe beim Waschen und Anziehen, abends Hilfe beim Zubettgehen. Zweimal täglich, sieben Tage die Woche.

2 Einsätze täglich × 30 Tage60 Einsätze
Grundpflege je Einsatz, rund 30 Minuten≈ 28 €
Wegepauschale je Einsatz≈ 6 €
Kosten im Monat≈ 2.040 €
Pflegesachleistung Pflegegrad 3− 1.497 €
Entlastungsbetrag § 45b SGB XI− 131 €
Eigenanteil im Monat≈ 412 €

Pflegekasse 1.497 € Entlastungsbetrag 131 € Eigenanteil 412 €

Zum Vergleich: Käme der Dienst nur einmal täglich morgens, lägen die Kosten bei rund 1.020 € – vollständig innerhalb des Budgets von Pflegegrad 3. Eigenanteil: 0 €. Der Sprung entsteht durch den zweiten Einsatz, nicht durch einen hohen Stundensatz.

Beispielwerte zur Veranschaulichung. Die tatsächliche Abrechnung läuft über Leistungskomplexe, nicht über Minuten – die Größenordnung stimmt aber.

Drei Töpfe, an die kaum jemand denkt

Entlastungsbetrag: 131 € im Monat

Steht allen Pflegegraden von 1 bis 5 zu, zusätzlich zum übrigen Budget. Er ist für Betreuung und Hauswirtschaft gedacht, ab Pflegegrad 2 nicht für Körperpflege. Nicht genutzte Beträge sammeln sich an und verfallen erst am 30. Juni des Folgejahres. Mehr dazu auf unserer Seite zum Entlastungsbetrag.

Gemeinsamer Jahresbetrag: 3.539 € im Jahr

Seit dem 1. Juli 2025 sind Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in einem Topf zusammengefasst: 3.539 Euro pro Kalenderjahr ab Pflegegrad 2, frei zwischen beiden Leistungen aufteilbar. Die früher nötige sechsmonatige Vorpflegezeit ist entfallen, und Verhinderungspflege ist jetzt für bis zu acht Wochen im Jahr möglich statt für sechs. Details auf unserer Seite zur Verhinderungspflege.

Bayerisches Landespflegegeld: 500 € im Jahr

Ein Zuschuss des Freistaats, unabhängig vom Einkommen, ab Pflegegrad 2 mit Hauptwohnsitz in Bayern. Achtung: Der Betrag wurde von 1.000 auf 500 Euro im Jahr halbiert. Viele Ratgeber im Netz stehen noch auf dem alten Stand.

Häufige Fragen

Muss ich in Vorleistung gehen?

Nein. Wir rechnen direkt mit Ihrer Pflege- beziehungsweise Krankenkasse ab. Sie bekommen nur das in Rechnung gestellt, was tatsächlich über dem Budget liegt oder als gesetzliche Zuzahlung anfällt.

Bekomme ich vorher eine verbindliche Zahl?

Ja. Nach dem kostenlosen Erstgespräch bei Ihnen zu Hause bekommen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit den geplanten Leistungen, dem Anteil der Kasse und dem verbleibenden Eigenanteil. Erst danach entscheiden Sie.

Kostet das Erstgespräch etwas?

Nein. Wir kommen zu Ihnen, schauen uns die Situation an und beraten – ohne Kosten und ohne Verpflichtung.

Was, wenn noch gar kein Pflegegrad da ist?

Behandlungspflege können Sie sofort bekommen, dafür braucht es nur die ärztliche Verordnung. Parallel stellen wir mit Ihnen den Antrag auf einen Pflegegrad. Das Datum des Anrufs bei der Pflegekasse zählt – Leistungen gibt es rückwirkend ab Antragstellung, nicht erst ab der Begutachtung.

Sind Pflegedienste in München unterschiedlich teuer?

Bei den Kassenleistungen kaum. Die Vergütungen sind zwischen Pflegekassen und Verbänden ausgehandelt und gelten für alle zugelassenen Dienste weitgehend gleich. Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen, die privat abgerechnet werden, und bei Investitionskostenzuschlägen. Wer deutlich billiger wirbt, rechnet meist andere Leistungen ab – lassen Sie sich beide Angebote nebeneinanderlegen.

Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?

Der selbst getragene Anteil lässt sich in der Regel als außergewöhnliche Belastung oder über die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Welcher Weg günstiger ist, hängt vom Einzelfall ab – das klärt Ihr Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Was passiert, wenn das Budget nicht reicht?

Dann prüfen wir zuerst, ob ein höherer Pflegegrad gerechtfertigt ist, und ob Entlastungsbetrag und Jahresbetrag ausgeschöpft sind. Reicht das nicht und kann der Eigenanteil nicht getragen werden, kommt Hilfe zur Pflege über das Sozialamt in Betracht. Wir sagen Ihnen, an wen Sie sich wenden.

Wir rechnen es Ihnen vorher aus

Kostenloses Erstgespräch bei Ihnen zu Hause, danach ein schriftlicher Kostenvoranschlag. Ohne Verpflichtung.

089 2441 5082 Rückruf anfordern

Mehr dazu: Pflegegrad beantragen · Entlastungsbetrag 131 € · Verhinderungspflege · Alle Leistungen

Quellen und Stand: Leistungsbeträge nach betanet und pflege.de, abgerufen am 9. September 2026; gemeinsamer Jahresbetrag nach AOK Gesundheitspartner und pflege.de; Stundenrichtwerte nach PflegeNah. Rechtsgrundlagen: § 36 SGB XI (Pflegesachleistung), § 37 SGB XI (Pflegegeld), § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag), § 37 SGB V (häusliche Krankenpflege), § 61 SGB V (Zuzahlung), § 72 Abs. 3a SGB XI (Tarifbindung). Angaben ohne Gewähr – verbindlich ist die Auskunft Ihrer Pflege- oder Krankenkasse.

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